Netzwerkkommunikation

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Doku: Wer hat Angst vor Google?

Gestern abend lief auf Arte der Dokumentarfilm “Wer hat Angst vor Google?” von Sylvain Bergère und Stéphane Osmont. Für alle, die ihn verpasst haben, bietet Arte online ein “Review” an (alternativ die Wiederholung: Dienstag 24.04.07 um 01:25 Uhr).

Zu Beginn wurde die Gründungsgeschichte von Google erzählt. Der Autor von “die Google Story” kam zu Wort, die “Zeitzeugen” in Standford und noch ein paar andere. Viel Neues an Informationen brachte die erste Hälfte des Filmes allerdings nicht ein - zumindest nicht für die Zielgruppe, die sich ohnehin mit Google mehr beschäftigt und die Suchmaschine nicht nur zum Suchen nutzt. So wurde auch auf AdWords eingegangen und erklärt, dass die themenspezifische Keywordwerbung den Großteil der Einnahmen ausmacht. Eine stichwortartige Zusammenfassung bietet übrigens das GoogleWatchBlog.

In der Mitte stellten die französische Autoren den GooglePlex vor und erklärten die Firmenphilosophie von Google auf - besser hätte es die Google-PR nicht machen können. Selbst ein Fall, bei dem ein Blogschreibender Mitarbeiter Mark Jen nach zwei Wochen die Kündigung auf dem Google-Schreibtisch liegen hatte, konnte den vermittelten Eindruck des allumsorgenden Arbeitgebers mit Sportgelegenheiten, Friseur, Hundemitnehmgelegenheit und sonstigen Annehmlichkeiten nicht trüben. Schließlich wurde noch eher beiläufig die 20%-Regel erwähnt, bei der jeder Mitarbeiter 20% seiner Arbeitszeit für eigene, frei wählbare Projekte zur Verfügung hat. Dass das alles nur dazu dient, ein Zuhause mehr oder weniger unnötig zu machen und die Mitarbeiter auf dem Google-Campus möglichst lange zu “halten”, kam nicht sehr deutlich an - ist ja auch ein Dokumentarfilm.

Für das Doku-Genre ging es dann gegen Ende jedoch in gewohnt französisch-kritischer Weise zu - Google als Daten-Monster, dass Suchprotokolle speichert und französisches Literaturgut digitalisiert und der Weltöffentlichkeit zur Verfügung stellt. Von dem europäischen Versuch, eine eigene Suchmaschine “Quaero” aufzubauen, wurde nichts gesagt - schade.

Fazit: Insgesamt für Laien sicherlich eine interessante Doku, wenn auch die vielen Einspieler von Internet-Videos zwischendurch starkes Durchhaltevermögen fordern - vor allem, wenn man noch versucht, den Sinnzusammenhang zu finden. Ansonsten sehr schade, dass nicht viel Neues erzählt wird und dass meist nur auf Archivmaterial zurückgegriffen wurde (inklusive kostengünstigen und lückenfüllenden Internet-Videos).

4 Comments so far

  1. michael-stuff.de April 21st, 2007 17:20

    Arte: Wer hat Angst vor Google?…

    Auf Arte lief soeben die bemerkenswerte Doku "Wer hat Angst vor Google?", die mir zwar zu großen Teilen keine neuen Infos liefern konnte, dafür aber sehr unterhaltsam war. Die Erfolgsgeschichte der Google-Gründer Sergey Brin und Eric E. …

  2. Tom April 23rd, 2007 10:19

    Ich fands im Ganzen zu unkritisch und zu PR-lastig. Du hast schon recht, relativ wenig Neues und diese Videoeinspielungen (von denen ich die meisten eh schon kannte) waren echt nervig. Genauso die seltsame virtuelle Aufmachung.

    Den Kettenraucher vom Burning Man fand ich allerdings amüsant. Auf seine Zähne geachtet?!

    Gut, dass Arte sich dem Thema mal ausführlich angenommen hat, man hätte aber mehr draus machen können.

  3. Michael Stuff April 23rd, 2007 21:41

    Guuut — über die Nervigkeit Videoeinspieler kann man sich ja noch streiten aber in dem Bericht an sich fand ich alles wieder, was zu Google gehört. Für meine Begriffe wurde die Gefahr, die von Google ausgeht zum Ende hin deutlich angesprochen.

    Die Doku richtete sich auch eher an den Normalbürger als an die aufgeklärte Netzgeneration, die über die Risiken, die Google mitbringt zumeist schon aufgeklärt ist.

  4. Alessandro August 4th, 2007 00:55

    Mir hat es gar nicht gefallen wie man immer wieder subtil versuchte, Google als böses Wesen darzustellen.

    G. ist einfach zu gut, zu erfolgreich und schafft zu viel Geld..das ist die Wahrheit!!!..Und das können die Französen nicht ertragen….

    Das heisst bei mir nur eines: NEID.

    Schaffen ist viel schwieriger als kritisieren. Diese menge Geld was G. geschafft hat ist ein Wunder nicht
    weil es so hoch ist, sonder weil das intelligent, schnell und legal verdient wurde. Wovon leben die Französer in diesem Doku, von Luft nur?

    Diese Polemik über die anscheinend “geklaute” französiche Literatur ist einfach lächerlich, warum haben sie sich nicht dann Italiener, Deutschen, Engländer so hart wie die F. mal aufgeregt ? ah ja..nur Französen verstehen von Literatur ..

    Frankreich ist ein wichtiger Teil Europas aber ist nicht ganze EUROPA. Bin Italiener, wohne und arbeite in EUROPA (übrigens, ich liebe Deutschland:)
    Ich finde es auch gut dass E. konservativer bleibt als Amerika (bezüglich zb der potenziellen Gefahr des Zugriff auf privaten Daten) aber sie sollte sich gegenüber Google nicht als neidisches Kind verhalten, sonder als weise Tante die viel aus ihrem Wunderkind zu lernen und zu bewundern hat.

    Viele Grüße,
    Alessandro

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