Netzwerkkommunikation

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Geld verdienen mit Web2.0 II

Kaum findet man mein Posting über ROI und web2.0 bei Google auf Platz zwei kommen auch ein paar Besucher, die sich für das Thema “Geld verdienen mit web2.0″ interessieren. Grund genug, einmal zu schauen, wer sich um dieses beliebte - und zweifelsfrei interessante - Thema noch kümmert..

Gleich auf Platz 1 erklärt Christian den “Ebay Index”. Der misst, wie stark eine Marke (Branding) bei den Verbrauchern ankommt. Er stellt einen an sich funktionslosen Gegenstand - wie beispielsweise einen “VW GTI Goofy Gremlin” - in eBay und schaut, wie hoch die Gebote werden. Je höher die Gebote, desto höher der Wert der Marke. Das soll dann ein Meßwert für den ROI sein. Was das mit Web20 zu tun hat? Wohl nur peripher.

Platz 2 ist mein Posting zu dem Blogposting von Charlene Li, die etwas wissenschaftlichere Messmethoden vorstellt, um den ROI bei web20 zu messen.

Platz 3 - aah, jetzt wird es interessant. Ein Link auf www.mister-wong.de, eine der großen Social Bookmarking Sites. Der User brit2306 hat einen Link auf eine (leider nicht mehr existierende Seite) von Creative Weblogging gesetzt. Eine Suche auf der Blogsite läuft ins Nichts. Und für die web20 Site MisterWong halten wir fest: Nett wäre, wenn ich jetzt unkompliziert sagen könnte: dieser Link ist nicht mehr gültig. Noch besser wäre: MisterWong stellt selbst fest, dass der Link seit Monaten einen 404-Fehler zurückliefert.

Schauen wir uns noch schnell Platz 4 an (mehr Einträge schauen Nutzer ohnehin nicht an in Google). Der 4. Platz geht an del.icio.us. Hier findet man dann gleich ein paar mehr Links. Besser also. Der erste Eintrag geht dann gleich auch zu Chariene Li. Das hatten wir schon. Der zweite Eintrag geht zur Harvard Business School mit dem Titel “The Impact of Information Technology (IT) on Businesses and their Leaders”. Mehr liest der Durchschnitts-Surfer wohl nicht, weil er - und ich auch - will etwas über “Geld verdienen mit web2.0″ wissen und nicht allgemeine Einflüsse…

Fazit: Kein Mensch weiß, wie man mit Web2.0 Geld verdient. Gut, das mag provokant klingen und ist sicherlich auch empirisch nicht abgesichert, aber es ist eine Arbeitshypothese. Wohl eine gute dazu…


Gerrit geht die Sache anders an und fragt, wieso man überhaupt mit Web2.0 Geld verdienen will und nicht einfach zufrieden ist, “gute” Social Software anzubieten. Das mag prinzipiell für kleine oder sagen wir weniger kommerziell orientierte Projekte stimmen. Steffen Büffel berichtet in seinem Blog beispielsweise von Bibliotheken, die sich vertärkt für Web2.0-Themen interessieren.

Allerdings leben Web2.0-Anwendungen von den Nutzern. Mehr Nutzern, mehr potentieller Nutzen für weitere Nutzer. Das führt… richtig! Zu noch mehr Nutzer. Somit kann man sagen: Erfolgreiche Web2.0-Anwendungen haben viele Nutzer. Viele Nutzer bedeuten viel Arbeit, viel Server, viel Pflege und somit auch viel Geld. Woher kommt das, wenn man nicht gerade von Holzbrink aufgekauft wird? Richtig: Aus der Web2.0-Anwendung selbst. Doch wie? Da sind wir wieder an Anfang, sogar mit Gerrit.

Martin Röll meint, dass Web2.0 nicht zwingend als Geschäftsmodell funktionieren muss (oder kann). Web2.0 braucht kein Geschäftsmodell, es entsteht, wächst und bleibt - so kann man in seinem Blog lesen. Das ist allerdings nur soweit korrekt, solange man mit Web2.0 das “nächste Web” insgesamt. Für eine bestimmte Web2.0 Anwendung trifft dies nicht zu - hier benötigt es zumindest Geld für die Finanzierung - das wohlgemerkt funktioniert auch ihne Geschäftsmodell. Auch wenn das Geld von woanders kommt. Martin schlägt vor, Unternehmen sollten sich lieber die Frage stellen: “Was bedeutet Web2.0 für unser Unternehmen?” statt “Wie können wir mit dem Web2.0 Geld verdienen?”. Guter Ansatz, der aber mit Sicherheit in den meisten Fällen in der Antwort “Wir wollen Geld damit verdienen- zumindest auf Umwegen” endet.

Halten wir als Zwischenfazit fest:

  • Erfolgreiche Web2.0 Anwendungen haben viele Nutzer
  • Viele Nutzer kosten Geld
  • Selbst ohne Geschäftsmodell muss die Web2.0-Applikation sich langfristig und / oder auf Umwegen “rentieren”
  • “Rentieren” bedeutet meistens Geld oder Reputation

Was sagt uns das alles? Ich würde sagen: Web2.0 ist eine Philosophie und kein Geschäftsmodell oder gar eine neue Web-Technologie.

Darf man nun eigentlich noch die Frage stellen: “Wie verdiene ich Geld mit Web2.0?” Sicherlich. Die unübersichtliche Zahl der (meist nicht erfolgreichen) Web2.0-Applikationen, die derzeit im Web sprießen, zeigt zumindest eins: Viele wollen ein Stück des 2.0-Kuchens abbekommen. Was kann man als Web2.0-Gründer also von “den Großen” lernen, oder: Wie verdiene ich Geld mit meiner Web2.0-Anwendung:

  • Man lässt sich von einem großen Konzern aufkaufen (YouTube, StudiVZ,…)
  • Man schaltet Bannerwerbung, möglichst auf die Zielgruppe und die einzelnen User abgestimmt (da kann man noch mehr Geld verlangen pro Click / Impression)
  • Man verkauft die gesammelten Daten seiner User
  • Man hat ein Geschäftsmodell, bei dem Sonderdienste (Premium-Account, Gold-Mitgliedschaft etc.) extra kosten.
  • Fällt ihnen noch mehr ein?

Endfazit: Geld verdienen geht mit Web2.0 auf vielfältige Weise. Grundvoraussetzung ist jedoch, dass genügend Nutzer die Web2.0-Applikation verwenden. Letztlich ist das die Grundlage. Demnächst mehr also zu “Welche Web2.0 Idee begeistert und zieht ausreichend viele Nutzer”.

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