Archive for October, 2009
Guuten Moorgen - Eine SEO-Analyse
Twitter ist für viele Online-Mitbürger eine Spielerei. Das stimmt. Wie bei den Weblogs auch kommt es auf die richtige “Mischung” an. Wer sich nicht dafür interessiert, wo gerade die Katzen der Welt auf ihren Menschen sitzen, ist bei diesen Tweets falsch. Ich schätze Twitter für Themenbereich wie SEO, TYPO3 und andere sagen wir geschäftsrelevante Bereiche. Spätestens wenn einem die Themen der (wirklich guten!) Wochenrückblicke wie etwa bei SEOdiot bekannt sind, weiß man, man ist einigermaßen up-to-date.
Zum Punkt: Jeden Morgen lese ich erfreut ein “Guuten Moorgen” von SEOUnited. Gefühlt sind 90% aller Tweets Linkempfehlungen, das macht die Jungs so hilfreich :)
Da ja das Veröffentlichen von SEO-Analysen in der Community immer sehr beliebt ist, möchte ich heute mal eine - zugegeben verkürzte - Search Engine Optimizer-Analyse (SEO-Analyse) machen:
“Guuten Moorgen” wurde von SEOUnited im Oktober (Zeitraum 01.10.09 bis 25.10.09) 23 Mal getweeted. Am 09. und 16. Oktober (beides Freitage) kam nichts. Da waren die Jungs also unterwegs, im Homeoffice oder verlängerten Wochenende (scharfe Analyse). Interessant ist, dass Samstag und Sonntag doch signifikant länger geschlafen wird. Durchschnittlich wird am Wochenende erst um 09:38 Guuten Moorgen gewünscht. Unter der Woche bereits um 09:15. Dennoch ist das späteste Guuten Moorgen am Wochenende um 10:06 - ein ausgedehntes Langschläfertum liegt also nicht vor, die Jungs sind Selbstständig (ständig und selbst… ihr wisst schon).
Sonntag und Mittwochs wird wohl regelmäßig ausgegangen (vermutlich mit kontrolliertem Bierkonsum) - denn Montag und Donnerstag wird im Schnitt erst um 09:27 gegrüßt. Mittwochs ist der frühste Grüß-Tag, da gehts schon um 09:04 los. An einem Mittwoch (21.10.) war sogar schon um 09:01 ein Guuten Moorgen da - hier wurde wohl Dienstag nachmittags noch Windows 7 installiert mit einer kürzeren Bootzeit.
Für eine lineare Regression zur Vorhersage der zukünftigen Guuten Moorgens hat selbst Google zu wenige Daten.Nach geheimen, über 200 Faktoren berücksichtigenden Berechnungen, liegt aber ein Guuten-Moorgen an diesem Wochenende bei 09:36 und nächste Woche bei 09:13. Schließlich wird es früher hell derzeit.
In diesem Sinne: Danke für die Guuten Tweets.
P.S.: Auch wenn Google aus solchen und ähnlichen Daten Nutzungs-Muster erkennt, bitte das hier nicht zu ernst nehmen :)
No commentsBlogschau: Ade Google Pagerank
Nachdem ich Anfang der Woche noch wenig über das Thema “Google stellt Pagerank-Anzeige ein” gelesen habe und mich befleißigt fühlte seit langem mal wieder zwei Blogpostings darüber zu schreiben, gibt es mittlerweile etwas mehr darüber. Daher eine kleine Blogschau zum Thema:
- Gretus hat den Pagerank bereits beerdigt und eine Sterbeanzeige veröffentlich. Wer schreibt den Nachruf?
- Andre war noch ein Stück kreativer und schreibt über “SEO Jones und der verschwundene Pagerank”. Sehr amüsant zu lesen.
- Etwas ernster beschäftigt sich Mikkel mit dem Thema und meint, dass die Branche auch ganz gut ohne Pagerank auskommen wird / soll: “PageRank is a brand more than a technology today.“
- Hier findet sich auch ein Statement von Google (Susan Moskwa):
“[…] We removed it because we felt it was silly to tell people not to think about it, but then to show them the data, implying that they should look at it. :-)”.
Der Autor ist zwar der Meinung, dass die Pagerank-Anzeige überflüssig ist, aus Sicht des Brandings aber nicht verzichtbar. Damit stimmt er mit Mikkel überein.
Zumindest die Pagerank-Anzeige fährt Google also zurück, darin sind sich alle einig. Intressant ist sicherlich, dass nächstes Jahr das Pagerank-Patent an die Universität Stanford zurückfällt. Es wäre wohl unglaubwürdig (v.a. vor SEO-Laien) sichtbar und nutzbar ein Pagerank-Mythos aufrecht zu erhalten, wenn dieser Wert nur noch einer von vielen ist.
Ob es einen Ersatz geben wird und ob er wirklich “tot” ist, darüber schreibt bislang noch niemand (wer sollte das auch wissen). Also heißt es einmal mehr: Abwarten.
1 commentEine SEO-Branche ohne PageRank
Die Anzeichen verdichten sich, dass die Anzeige des Google PageRanks still und heimlich heruntergefahren wird. Seit Tagen ist ein PageRank-Update der Toolbar “überfällig”, seit heute ist die PageRank-Anzeige in den Webmaster-Tools entfernt worden, die zuvor ohnehin nicht mehr aktualisiert wurde. Natürlich möchte sich niemand so weit aus dem Fenster lehnen und laut schreien: Der PageRank ist weg. Das wäre für die SEO-Branche eine herber Schlag. Ein wenig nachdenken darf man aber sicherlich über eine SEO-Branche ohne PageRank.
Warum ist der PageRank so beliebt bei den SEOs?
Der PageRank ist seit dem Aufstreben von Google und der Etablierung der SEO-Branche das Offpage-Gütekriterium schlecht hin. Der kleine grüne Balken ist dankbar, da er einigermaßen komplexe Verhältnisse (sozusagen die Reputation einer Website) in einem einfachen quantitativen Wert ausdrückt. Er setzt Webseiten in eine Rangfolge und macht damit Webseiten, Kataloge, Linktauschpartner und alles andere im Web vergleichbar.
Das schöne bei dem PageRank ist, dass er “offiziell” ist. Kein SEO-Tool bei dem man nicht weiß wie es funktioniert, auf jeden Fall nicht deckungsgleich mit dem offiziellen Google-PageRank arbeitet und sicherlich nicht eine annähernd gleichgroße Datenmenge zur Verfügung hat. Da nahm jeder in Kauf, dass der “offizielle” PageRank dann auch mal ein paar Monate veraltet war.
Eine SEO-Branche ohne PageRank
“Nun ist er weg - und wir sind wieder allein, allein”. Was passiert mit den etablierten Einschätzungen vieler Suchmaschinen-Optimierer nun, wenn Google den PageRank tatsächlich einstellt. Vielmehr wird die Anzeige eingestellt, der PageRank als solcher wird immer ein Teil des großen Algorithmus bleiben. Was tut die Branche aber dann, in welchen Bereichen wird man den PageRank-Verlust spüren?
Webkataloge: Laut einem kleinen Meinungsbild im Abakus-Forum schätzt die Hälfte die Qualität eines Webkatalogs (Eintragen oder nicht) anhand des PRs ein. Die Besucherzahl ist weit weniger wichtig, aber dennoch verfügbar. Wieso sollten bei Webkatalogen nicht auch wie bei anderen Websites der Traffic zählen?
Linktausch: “Geb du mir einen Vierer, ich geb dir zwei Zweier”. Die Währung beim Linktausch ist der PageRank - themenrelevanz und andere Links auf der Website sind lediglich Beiwerk. Notwendig, aber eben nicht hinreichend.
Linkkauf: Gleiches Problem, je höher der PageRank, desto teurer ein Link. Ersatz? Keiner in Sicht.
SEO-Tools: Solche Tools, die den PageRank einer Seite mit einbeziehen sind natürlich sofort unbrauchbar - eigentlich sobald die Pressemitteilung erfolgt, dass der Pagerank der Toolbar (auf den die Tools zurückgreifen) nicht mehr aktualisiert wird. Auf der anderen Seite werden “Pagerank-Berechnungen” dann florieren. Hier werden aber nur ausreichend große Tools überhaupt eine Chance haben. Da hat Marc einen netten Artikel über die Anforderungen und Hürden von SEO-Tools geschrieben.
Keyword-Recherche: Bei der Keyword-Recherche und der KW-Potenzialanalyse ist natürlich die Stärke der virtuellen Mitbewerber ein wichtiges Kriterium, wie “leicht” man die eigene Website und die eigenen Keywords optimieren kann. Kein PageRank mehr, kein Vergleichsmoment mehr. Das wird also komplizierter werden.
Wahrscheinlich sind das die ersten Dinge, bei denen ein PageRank schmerzlich vermisst werden wird. Die Liste wäre aber sicherlich noch ergänzbar.
Was wird also den PageRank ersetzen?
Der PageRank ist tot - es lebe der PageRank?
Szenario 1: Es gibt keinen PageRank-Ersatz.
Wenn es keinen PageRank mehr gibt, passiert das, was in der Medienlandschaft oft passiert: Es kommt zu Substitutionen. Das heißt der PR wird durch andere “Dinge” ersetzt. Auf jeden Fall muss es ein “offizielles” und objektives, quantitatives Maß sein. Verschiedene Tools und Anbieter werden sich aufstellen, wenige große werden sich etablieren. Hier kommt es letztlich auf Transparenz, Qualität und Zuverlässigkeit an (übrigens wissenschaftliche Güte-Kriterien). Außerdem werden wieder quantitative Werte wie der Traffic einer Seite wichtiger. Vielleicht ist es das, was Google will - der Focus hin zu den Besuchern.
Szenario 2: Es gibt einen neuen Google-Rank.
Ursprünglich wurde die PageRank-Anzeige angeboten, um die Qualität einer Website für Besucher schnell ersichtlich zu machen. Das ist an sich eine gute Idee. Nun ist der PageRank nicht mehr so bestimmend für das Ranking. Konsequent also, die Anzeige endlich zu kippen - und sie zu ersetzten. Der neue Google-Rank wird ein Index sein, der die verschiedenen Netzwerk-Rankings einbezieht. Noch weniger durchsichtig, noch weniger berechenbar (für Nicht-Googler), aber eben immer noch ein quantitativer Index. Das wäre die Rettung für viele SEOs.
Fazit: Die SEO-Branche ist PageRankabhängig - fest steht dabei nur eins: wenn Google die PageRank-Anzeige abschaltet, wird sich einiges bewegen. Spannende Zeiten.
1 comment4 gute Gründe dafür, dass es keinen PageRank mehr gibt
Der kleine grüne Balken, der den Google PageRank visualisiert, ist für viele SEOs fast schon wie der heilige Gral. Ob eine Website gut oder schlecht, high potential oder low potential ist und vor allem ob sie als Linkpartner gut geeignet ist, machen (zu) viele - sein wir ehrlich - schnell und einfach am grünen Balken fest. Heute daher einmal X gute Gründe dafür, dass Google in Zukunft keinen PageRank mehr öffentlich anzeigen wird.
(1) Der PageRank, wie er damals vorgestellt wurde ist mittlerweile überholt. Nicht nur die PageRank-Berechnung ist mittlerweile verfeinert (Stichworte: themenrelevanz und co.), sondern es kommen auch zahlreiche andere Metriken hinzu, um die Link-Empfehlungen von anderen Seiten auf eine Zielseite zu bewerten (Hilltop, TrustRank, Authorities, etc.). Wieso sollte Google also noch den PageRank anzeigen, der nur noch ein kleiner Baustein im Getriebe ist?
(2) Mittlerweile hat sich glücklicherweise herumgesprochen, dass die PageRank-Anzeige der Toolbar zeitverzögert ist. D.h. der angezeigte PageRank einer Seite entspricht nicht (mehr) zwingend dem aktuellen. Die Aktualisierung fand immer alle 2-3 Monate im Schnitt statt. Derzeit wartet man aber “überdurchschnittlich” lange, wie man hier sieht sogar doppelt so lange.
(3) In den Google Webmaster-Tools werden die Seiten mit dem höchsten PageRank im Monat angezeigt. Derzeit befindet sich dort bei allen unserer Seiten für den letzten Monat “Keine Daten verfügbar.” (das ist außergewöhnlich lange). Dennoch gibt es Erweiterungen bei den Webmaster-Tools, die die Fähigkeiten des Algorithmus in Bezug auf Parameter erkennen lassen. [UPDATE: Mittlerweile ist die Pagerank-Anzeige in den Webmaster-Tools komplett entfernt].
(4) Google arbeitet derzeit heftigst an “Caffein”. Einem Update der Suchmaschine und des Algorithmus, die Suchen und Finden schneller macht und eine kleine oder größe Menge an Rankingveränderungen mit sich bringen wird. Die Einführung des neuen Updates soll für “normale” Suchende nicht spürbar sein und step-by-step erfolgen (laut Matt Cutts). Interessant ist, dass gestern Nacht der Beta-Index scheinbar stark erweitert und aktualisiert wurde, so dass viele neue Seiten in der Beta-Version gefunden werden, im Live-Index allerdings (noch) nicht.
Für das Google-Update muss eine Menge Infrastruktur umgestellt werden. Die PageRank-Anzeige bleibt dabei offentsichtlich auf der Strecke. Das legt die Vermutung nahe, dass nach dem Update anders mit dem öffentlichen PageRank umgegangen wird.
Fazit: Der Google PageRank ist veraltet, ist nicht mehr das einzige wichtige Offpage-Kriterium und Google bringt mit dem Caffein-Update eine neue Algorithmus-Generation auf den Markt. Sicherlich wird der PageRank nicht sofort verschwinden (man stelle sich die ganzen SEO-Agenturen vor und deren Aufschrei), aber Google wird die Bedeutung des PageRanks nach außen hin abschwächen und dann irgendwann ganz einstellen. Denn wenn der angezeigte PageRank kein Qualitätskriterium mehr für die Stärke einer Seite ist, wird er wertlos sein und man darf gespannt sein, welche Kriterien dann den Offpage-Markt bestimmen und welche spannenden Marketing-Methoden sich dann in der Breite etablieren können.
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