Archive for May, 2010
Mayday Mayday
Lange wurde spekuliert, dann wurde die Algorithmus-Änderung bestätigt und nun gibt es auch ein offizielles Matt-Cutts-Video:
Kurz zusammengefasst:
- Einführung war um den 1. Mai (daher auch MAYday)
- Es handelt sich um eine permanente Algorithmusanpassung
- Die Anpassung betrifft den LongTail mehr als den ShortTail
- Die Qualität der SERPs soll damit verbessert werden
- Es gab keine menschlichen Bewertungen (von Seiten)
- Es hat nichts mit dem ausstehenden Caffein-Update zu tun
Damit ist zwar klar, dass es ein Update hauptsächlich im LongTail gegeben hat, aber eigentlich auch nicht wesentlich mehr. SEOs werden jetzt wieder ans Werk gehen und Analysen anstellen. Meine Vermutung:
LongTail-Queries sind Anfragen, die aus mehreren einzelnen Begriffen bestehen. Im Gegensatz zu dem ShortTail wird auf LongTail-Anfragen nicht einzeln optimiert (weil es zu viele sind), sondern es findet eine grundsätzliche, strukurelle Onpage-Optimierung statt. Landingpages für LongTail-Anfragen sind also bestimmte Unterseiten bzw. Detailseiten, die i.d.R. wenig eingehende Links von außen haben. Wenn Matt sagt “create more quality content” deutet das darauf hin, dass bei der Bewertung der einzelnen Zielseiten für eine LongTail-Anfrage nun nach dem Mayday-Update die gesamte Site herangezogen wird. Ganz kurz also:
wenn (authorität_von_gesamter_website HOCH) dann (mayday-ranking PLUS)
Attestiert Google also beispielsweise einem Shop eine thematischen Schwerpunkt (Authorität) als Fussball-Online-Shop und es gibt eine LongTail-Anfrage nach “grüner Fussball mit gelben Ecken”, dann erhält die Landingpage nun mehr Bewertungspluspunkte bei der Rankingevaluation, weil die Qualitätsevaluation der gesamten Site in diese Anfrage “passt”.
Neu und spannend ist die Aussage, dass Matt den Hinweis gibt (wie Andrea auch schon festhält): “Am I shown up for the most relevant searches?” Daraus die These:
Wenn eine Site im ShortTail für semantisch und thematisch verwandte Keywords gut ranked, so ranked sie auch in entsprechenden LongTail-Anfragen mit Mayday besser. Das Mayday-Update setzt also eine Suchanfrage mit anderen ähnlichen Suchanfragen rekursiv in Relation. Daher wirkt sich das Mayday-Updat auf den ShortTail auch weniger aus, weil es hier weniger Keyword-Relationen zum Vergleich gibt.
No commentsWebsite-Boosting Magazin
Nachdem ich bei eisy und bei SEO2Feel eine Meinung / Rezension zur neuen Zeitschrift Website Boosting gelesen habe und das Wochenende naht, will ich auch mal ran.
Vielleicht vorab ganz kurz zum Hintergrund: Mario Fischer hat ein wirklich solides Buch “Website Boosting” (1 und 2.0) geschrieben, in dem er die Themen SEO, Usability und Online-Marketing verbindet und über die Zielgruppen deutlich macht. Die Zeitschrift ist eine konsequente Fortführung, auch durch die Aktivitäten in der “SEO-Szene”. Durch mein Buch (Suchmaschinen-Optimierung) und das Feedback (was sich gleichermaßen neid- und respektvoll anzusehen in nicht ganz so vielen Amazon-Rezensionen niederschlägt *g*) weiß ich, wie schwer es ist, den verschiedenen Zielgruppen gerecht zu werden - das gilt für ein Buch ebenso wie für ein Magazin.
Die Zielgruppen-Frage ist sodann auch eigentlich der einzig wirkliche Kritikpunkt bei der ersten Nummer. Oder vielmehr die Umsetzung. Man kann schon deutlich erkennen, dass versucht wurde, sowohl thematisch als auch inhaltlich möglichst eine breite Spanne von Anfänger bis Experte zu bedienen. Da läuft man natürlich schnell Gefahr, dass einerseits es zu wenig in die Tiefe (oder eben Breite) geht und andererseits bekannte Themen von Konferenzen, aus Twitter, Blogs usw. wiederholt werden und es gefühlt nur wenig Neues gibt - weil auch die Experteneinschätzung zu sehr für Anfänger geschrieben wird. Daher im Folgenden Anregungen als Wünsche formuliert, wie man aus der wirklich gelungenen Nummer 1 noch mehr rausholen könnte:
- Cluster und Infokästen: Infokästen zur Erläuterung von Inhalten werden kaum eingesetzt. Statt im Text zu erklären, was “Universal Search” ist, könnte man einen Infokasten setzen und es dort erklären. Ein kleines (i)-Zeichen im Text weist dann auf den Zusammenhang hin. So langweilt sich nicht der Experte, und der Neuling ist mit im Boot.
- Artikel diversifizieren und klassifizieren: Vielleicht sollte man mit der Zielgruppenproblematik offensiv umgehen. Wieso nicht neben Artikeln für “alle” auch gekennzeichnete Artikel für Experten und für Anfänger? Dann hat jede Zielgruppe mehr davon. Und bei den Expertenartikeln kann man ja immer noch Verweise auf Blogs und andere Medien setzen, so dass man sich “grundlagenschlau” machen kann. Das schadet schließlich als Experte ab und an auch nicht.
- Die grafische Gestaltung finde ich im Großen und Ganzen gelungen. Die Farbleitnavigation in Google-Farben bräuchte ich nicht. Lieber wären mir seriöse pastellige Farben, und auch weniger (auch wenn 8 in der 7 Plus Minus 2-Grenze liegen). Gerade das Grün (z.B. S. 50) wirkt sehr 70ger. Aber das ist wohl Geschmackssache.
- Weniger Geschmackssache sind allerdings seltsame Spaltenflüsse, wie z.B. auf Seite 14. Da ist sogar ein Trennstrich (”im letzten Jahr zu-”) und man weiß als Leser nicht, ob es rechts oder unten weiter geht (unten!). Ähnlich ist es mir auf Seite 12 oben bei “Zahlen, Charts und Studien” gegangen. Da geht es nämlich rechts weiter. Falsch gelernt auf Seite 12, sodann gestolpert auf Seite 14. Print-Usability :)
- Interessant und “scannfreundlich” sind die gefetteten Keywords auf Seite 52ff auf jeden Fall. Man weiß aber nicht, ob es da segmentierende Überschriften sind oder “nur” Spotlights. Dafür ist die Verwendung im gesamten Heft zu gering und zu heterogen.
- Wichtig sind auf jeden Fall die Autoren-Infos, v.a. für die Menschen, die nicht so aktiv in der SEO-Szene unterwegs sind. Twitter-Account, Blog-URL usw. vielleicht schon in die Autorenkästen bei den Artikeln? Hinten aber auf jeden Fall sehr gut. Ein bisschen wie in einem wissenschaftlichen Sammelband.
- In dem Zusammenhang fällt mir auf, dass Mario Fischer zwar sehr viele Artikel geschrieben hat, aber nicht im “Unsere Autoren”-Verzeichnis (96f) steht.Klar, “man” kennt ihn ja, ist ja auch Herausgeber. Aber die Neulinge würde es vielleicht dennoch interessieren.
- Man sollte nicht erwarten, dass in einem Magazin Top-Secret-Hinweise für besseres SEO und Co. zu finden sind. Muss auch gar nicht und das wäre auch paradox. Ich würde “Case Studies” interssant finden: Berichte von Agentur X oder Firma Y oder “so haben wir es bei dem Kunden Z gemacht”. Auch als SEOaffinerer Mensch findet man das interessant, weil man für die eigenen Arbeitsabläufe nochmals Ideen und Anregungen erhält.
Fazit: Klasse Produkt Herr Fischer! :)
No commentsSEO-Wissen mit Excel: Welche CTR ist zu erwarten?
Das schöne als SEO in einer Agentur ist, dass man für verschiedene Kunden arbeitet und dadurch automatisch für verschiedene Webseiten und Branchen SEO-Wissen aufbaut. Oft geht das “nebenher”, ab und an sollte man aber auch strukturiert analytisch vorgehen. Daher…
… heute in der Maus: Wie kann man mit den neuen Ranking-Daten aus den Google Webmaster Tools eine grobe Einschätzung auf die Frage erhalten: Welche CTR kann man ungefähr bei welcher Position erwarten?
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