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6 Seitentypen für die Keyword-Recherche
Bei der Keyword-Recherche im Online-Marketing geht es darum, möglichst viele Suchanfragen der relevanten Zielgruppe herauszufinden, um das Marketing darauf auszurichten. Google stellt dazu das derzeit wohl beliebteste Tool zur Verfügung, das Google Keyword Tool. Dort kann man eigene Keywords eingeben und das Tool zeigt verwandte und ähnliche an. Das funktioniert allerdings oftmals nicht so 100%ig - das Tool gibt offensichtliche Verwandtschaften nicht aus. Das richtige Potenzial kann man nutzen, indem man eine URL angibt, so dass das Tool selbstständig Keywords von einer Seite sammelt. Dabei muss die Seite nicht die eigene sein.
Folgende Seitentypen eignen sich meist hervorragend als Quelle für das Google Keyword Tool:
- Die eigene Seite / Eigene Landingpages
- Seiten und Landingpages von Mitbewerbern
- Die DMOZ-Seite für die entsprechende Kategorie
- Google News (Keyword eingeben und URL kopieren)
- Entsprechende Seiten von Printmagazinen und -Zeitschriften aus der Branche
- Suchergebnisseiten von Ask.com, Wortschatz Leipzig und Co.
SEO-Test: Optimale Keyword-Position im Title
Heute im Angebot: Die Ergebnisse unseres kleinen SEO-Tests zu der Frage: “Wo positioniert man derzeit eigentlich das Keyword im Titel am besten?”.
Vorab zum Prinzip dieses SEO-Tests:
Googles Ranking wird von angeblich über 100 Faktoren beeinflusst. Grob kann man zwischen den Faktoren unterscheiden, die manifest im Dokument liegen (sog. Onpage-Faktoren) und solche, die - sagen wir mal verallgemeinernd - nicht im Dokument liegen (Offpage, Nutzerverhalten, usw.). Johannes Beus hat sich 2007 vor allem zu Onpage-Faktoren schriftlich Gedanken gemacht. Stefan Fischerländer hat das Anfang 2009 aufgegriffen.
Der vorliegende Test untersucht ausschließlich die Position eines Keywords im HTML-Titel. Um Störvariablen auszuschalten (z.B. unterschiedliche Keyworddichten, unterschiedliche Texte im Body usw.) haben wir bei den verschiedenen Varianten alle Elemente gleich gelassen und nur die eine Variable (nämlich die Reihenfolge des betreffenden Keywords im Titel) verändert. Damit kann man zwar dann zurückführen, welche Variante besser ist. Man kann aber nicht unbedingt behaupten, dass diese Variante immer besser ist, auch im Zusammenspiel mit anderen Ranking-Faktoren (das ist das alte Lied von der internen vs. der ökologischen Validität).
Versuchsaufbau:
Die untersuchten Dokumente haben alle den gleichen Text und eine h1-Überschrift mit dem Keyword. Das Keyword ist ein Hash-Wert, um keine Nebeneffekte mit “natürlichsprachigen Treffern” zu haben. Es wurden insgesamt über 100 verschiedene Varianten des Titles online gestellt, die in zwei Variablen varriert wurden:
(1) Länge der Begriffe im Titel
(2) Position des relevanten Keywords im Titel
Ergebnis:
Interessant ist das Ergebnis des kleinen SEO-Tests! Sucht man nach dem Hash “HG56T2X“, dann ist dieser Titel an TOP1:
ZTRE HDSUI UWHD HG56T2X AOIJD HAUW NDLK HDSG
D.h. es sind 8 Begriffe im Titel (Maximum waren 14, Minimum 1) und das Keyword steht an vierter Stelle. Das ist insofern interessant, als ein häufig genannter SEO-Tipp lautet: Das relevante Keyword möglichst weit nach vorne im Titel. Muss man das relativieren? Aufgrund des Tests und bei alleiniger Betrachtung des Titels auf jeden Fall!
Fazit: Der Seitentitel darf ruhig etwas länger sein und das relevante Keyword muss nicht ganz vorne stehen. Optimal im Test waren 8 Begriffe und das Keyword an vierter Stelle.
Vielleicht ist die vierte Stelle ein empirscher Mittelwert, weil viele Seiten im Seitentitel vorne den Seitennamen/Portalnamen/Shopnamen haben. Wir haben auf Grundlage der Ergebnisse auch natürlichsprachige Tests entworfen. Die sind noch nicht vollständig indexiert. Wir bleiben dran… (und auch an der historischen Betrachtung des Rankings, Stichwort Zeiteffekt).
More to come.
1 commentKeyword-Dichte: Kein zeitlicher Einfluss nach 4 Wochen
Vor genau vier Wochen am 03.11.2009 haben ich die Testergebnisse unseres kleinen SEO-Tests veröffentlicht. Dabei haben wir mehrere Seiten mit gleichem Inhalt, aber unterschiedlicher Keyword-Dichte generiert und nach der Indexierung geschaut, welche Seite mit welcher Keyworddichte am besten ranked. Das haben wir für Seiten mit Hashs gemacht und für (eher) natürlichsprachige Seiten.
Jetzt nach vier Wochen wollten wir überprüfen, ob zeitliche Faktoren vielleicht eine Veränderung im Ranking und damit in der Gewichtung der “optimalen” Keyword-Dichte bewirken.
Zur Erinnerung - das beste Ergebnis (TOP1) kurz nach der Indexierung war:
- Hash Keyword-Test von Sistrix.de: 10%
- Hash Keyword-Test von mindshape.de:10%
- Hash Keyword-Test von frischer .de-Domain: 10%
- Natürlichsprachiger Test von frischer .de-Domain: 19,9%
(Bei den Hash-Tests war die höchstangelegte Keyword-Dichte eben die 10%, bei dem natürlichsprachigen Test 20%)
Vier Wochen später sieht das nun so aus:
- Hash Keyword-Test von Sistrix.de: 10%
- Hash Keyword-Test von mindshape.de:9,9% (-0,1%)
- Hash Keyword-Test von frischer .de-Domain: 10%
- Natürlichsprachiger Test von frischer .de-Domain: 19,3% (-0,6%)
Fazit zum besten Ranking:
Wirklich viel getan hat sich in den vier Wochen nicht. Die leichten Schwankungen konnten wir auch zwischen einzelnen Tagen beobachten. Interessant wird es allerdings, wenn man die Folgerankings betrachtet. Zumindest der zweite Treffer innerhalb einer Domain wird in den SERPs angezeigt (weil so wenige Suchergebnisse gefunden werden für die Suchbegriffe).
TOP10-Reihe für natürlichsprachigen Test:
Vorher:
19,9% - 19,8% - 19,7% - 19,6% - 19,7% - 19,5% - 19,3% - 19,2% - 19,1% - 19,0%
Jetzt (mit der Funktion “Weitere Ergebnisse anzeigen von …”)
19,3% - 8,9% - 19,4% - 16,6% - 14,3% - 12,5% - 11%
Nutzt man die “site:”-Funktion ergibt sich ein anderes Ranking, das imho nicht dem algorithmischen Ranking entspricht. Daher sei hier darauf verzichnet. Interessant ist aber der Einbruch von 8,9% Keyword-Dichte auf Platz 2. Hier kann man fast schon wieder von einem relativ leserlichen Text reden.
Bei dem Hash-Test hat sich in der Reihe allerdings weniger getan:
Vorher:
10% - 9,2% - 9,8% - 9,4% - 5,1% - 9,7% - 9,0% - 7,1% - 7,0% - 5,6%
Jetzt:
9,9% - 9,8% - 9,3% - 9,6% - 9,5% - 9,1% - 9,4%
Fazit nach vier Wochen:
Sowohl bei dem Hash-Test wie dem natürlichsprachigen Test zeigt sich, dass auch nach vier Wochen enorm hohe Keyword-Dichten an erster Stelle stehen. Die Rankingveränderung ist nur minimal und wohl nicht auf einen zeitlichen Faktor zurückzuführen. Zumindest wenn man die Keyword-Dichte isoliert betrachtet ohne Störvariablen, dann ergibt das immer noch einen unnatürlich zu lesenden Text. In wie weit der Faktor “Keyword-Dichte” erst mit anderen Faktoren zusammen eine inhaltlich vernünftige Form annimmt, bleibt allerdings offen. Wir werden den Test und das Ranking weiter beobachten und berichten.
Keyword-Dichte-Test: Viel hilft viel
Bei einer Umfrage von Rand Fishkin (SEOmoz), bei der „70 Top SEOs Worldwide“ ihre Meinung zum Ranking-Faktoren bei Google abgaben, bekam die Keywordverwendung Onpage („On-Page Keyword Use“) nur 15% anteilige Relevanz. Dennoch ist eine häufig gestellte Frage vor allem von Texten und Werbeagenturen wie hoch die optimale Keyword-Dichte in einem Text sein solle.
Mitte 2009 hat Johannes Beus (sistrix.de) die Ergebnisse seines Keyword-Dichte-Tests vorgestellt:
„Überraschenderweise sind es wirklich die Texte mit einer möglichst hohen Keyworddichte: auf der ersten Seite findet sich alles zwischen 7,0 und 9,8%.“
Wir haben Johannes‘ Test in wissenschaftlicher Manier einer „Verifikation“ unterzogen, da in den Kommentaren der berechtigte Hinweis gegeben wurde, dass eine Störvariable die bekannte Domain sistrix.de sein könnte. Außerdem haben wir den Test in verschiedenen Varianten erweitert.
Vorüberlegung:
Um herauszufinden, wie hoch die optimale Keyword-Dichte bei Google ist, erstellt man verschiedene Versionen eines Textes mit unterschiedlichen Keyword-Dichten. Diejenige Seite, die bei einer entsprechenden Googlesuche am besten geranked wird, enthält die optimale Keyword-Dichte. Dabei sollten alle anderen Faktoren (wie Verzeichnisstruktur, Titel, eingehende Links usw.) gleich bleiben, damit diese nicht als sogenannte Störvariablen wirken und man dann nicht mehr die Keyword-Dichte als eigentlich Ursache für das Ranking „isoliert“ betrachten kann.
Vorgehen zur Überprüfung:
Um eine Überprüfung (Verifikation) von Johannes’ Test zu erzielen, haben wir das erste Zeichen des Suchstrings „2f4cd3a8d1340b4c1cbab3bd60d4cdaf“ ersetzt durch „3f4cd3a8d1340b4c1cbab3bd60d4cdaf“. Dies sollte das Ranking des jeweiligen Keywords nicht beeinflussen. Im Footer haben wir allerdings die Credits und das Datum (wie beispielsweise hier zu sehen) entfernt. Dies erschien uns als unnötiger Störfaktor. Den Link zur Übersicht haben wir übernommen, um eine ordentliche Indexierung zu gewährleisten. Die Verzeichnisstruktur haben wir ebenfalls aus Gründen der Vergleichbarkeit übernommen, um durch unterschiedliche Ebenen nicht eine Störvariable einzubauen.
Das Verzeichnis /keyworddichte/ enthält eine Übersicht mit den Verweisen auf die einzelnen Dokumente mit einer Keyword-Dichte von 0,1% bis 10%. Johannes hat die Keywords in <b>-Tags gesetzt zur Hervorhebung. Wir sehen das als mögliche Störvariable an und haben daher unter /keywordDichte/ eine Variante angelegt ohne <b>-Fettung. Die Großschreibung von „D“ statt „d“ im Verzeichnisnamen sollte keinen Einfluss auf das Ranking haben.
Auswertung des Vergleichs:
Johannes hat in seiner Untersuchung die Abfrage „site:sistrix.de/tests/keyworddichte 2f4cd3a8d1340b4c1cbab3bd60d4cdaf“ genutzt. Der Site-Parameter führt jedoch dazu, dass unterschiedliche Ergebnisse angezeigt werden in den Rankings. Dies kann man sehen, wenn man diese unterschiedlichen Anfragen durchführt:
site:sistrix.de/tests/keyworddichte 2f4cd3a8d1340b4c1cbab3bd60d4cdaf
site:sistrix.de 2f4cd3a8d1340b4c1cbab3bd60d4cdaf
2f4cd3a8d1340b4c1cbab3bd60d4cdaf
An Position 1 steht bei der ersten Anfrage das Dokument mit der Keyworddichte von 9,2%. Bei der zweiten und dritten jeweils 10%.
Bei unseren Tests auf mindshape.de kommt bei allen drei Anfragen immer das Dokument mit 10% Keyword-Dichte an erster Stelle. Die letzte Anfrage (ohne Site-Parameter) scheint jedoch die repräsentativste für die allgemeinen Suchanfragen der suchenden Bevölkerung.
Da sowohl sistrix.de wie auch mindshape.de bereits etablierte und viel verlinkte Webseiten sind, haben wir den Test auf verschiedene neue Domains, die noch keine eingehenden Links besitzen, kopiert. Die Domains seien hier nicht genannt (damit sie weiterhin gutes Testgelände bleiben), aber das beste Ergebnis ist ebenfalls das Dokument mit der Keyword-Dichte von 10%.
Ergebnis:
Sowohl bei sistrix.de wie auch bei mindshape.de ranked zumindest derzeit das Dokument mit der Keyword-Dichte von 10% am besten. Auch auf „unbekannten“ Domains ist das Ranking ähnlich. Auch die TOP10-Plätze befinden sich alle im oberen Bereich über 5% bzw. 9%.
Sistrix.de:
10% - 9,8% - 9,4% - 9,9% - 9,2% - 9,5% - 9,0% - 8,9% - 8,4% - 7,7%
mindshape.de
10% - 9,2% - 9,8% - 9,4% - 5,1% - 9,7% - 9,0% - 7,1% - 7,0% - 5,6%
Frische .de-Domain ohne Links:
10% - 9,2% - 9,8% - 9,4% - 5,1% - 9,6% - 9,3% - 1,1% - 9,7% - 8,9%
Spannend ist sicherlich, wieso bei sistrix keine Werte um die 5% liegen. Bei der neuen Domain existiert sogar ein Wert von 1,1% in den TOP10. Das werden wir weiter verfolgen. Interessant ist allerdings, dass auf mindshape.de die ersten beiden Trefferseiten die Varianten ohne (!) Fettung sind. Erst die Ränge 3-5 sind dann „fett“.
Natürliche Texte statt Hash-Werte und Prozente über 10%
Das Untersuchungskeyword und die Dokumente im Ausgangs-Test sind keine natürlichsprachigen Texte. Man könnte vermuten, dass natürliche Texte mit Sätzen und einer ordentlichen Semantik anders geranked werden. Außerdem muss überprüft werden, ob die oben festgestellten 10% optimale Keyword-Dichte nicht noch nach oben erweitert werden müssten, da 10% das Maximum bislang war an Testvarianz.
Vorgehen 2:
Wir haben daher 1000 Wörter aus einem möglichst themenneutralen Text genommen (Kafka, „Die Verwandlung“) und systematisch wie bei den vorherigen Tests die Keyword-Dichte variiert. Dabei haben wir jeweils das n-te Wort ersetzt durch das Keyword „Mydiatonitis“. Wir haben allerdings diesmal eine Keyword-Dichte von bis zu 20% umgesetzt. Auch dieses Testset haben wir variiert in drei Varianten:
/kEyworddichte/ mit Fettung des Keywords
/keYworddichte/ ohne Fettung und
/keyWorddichte/ mit dem Titel „notitle“ statt dem jeweiligen Keyword wie bei allen anderen Tests.
Ergebnis:
Bei der Suche nach Mydiatonitis ist auf Rang 1 das Dokument mit der unglaublich unleserlichen Keyworddichte von 19,9% (auch bei Google Caffein Beta). Die Variante ist die „mit ohne“ Fettung. Erst an Platz 5 ist die Fettung mit 19,7% vertreten.
Die Reihe der TOP10 sieht wie folgt aus:
19,9% - 19,8% - 19,7% - 19,6% - 19,7% - 19,5% - 19,3% - 19,2% - 19,1% - 19,0%
Die optimale Keyworddichte beim annähernd natürlichsprachigen Text ist also immer über 19%.
Fazit:
Viel hilft scheinbar viel. Bei den Hash-Tests war die Keyworddichte „am Anschlag“ mit 10%. Höhere Testdichten gab es dort nicht. Die optimale Keyword-Dichte bei einem natürlichsprachigen Text liegt rein analytisch betrachtet bei 19,9%. Leserlich ist der Text allerdings nicht mehr (und „natürlich“ auch nicht). Die aktuelle Beta von Google liefert übrigens in den Top-Rankings die gleichen Ergebnisse bei den Tests.
[Update:] Review nach vier Wochen (12/09)
18 commentsEine SEO-Branche ohne PageRank
Die Anzeichen verdichten sich, dass die Anzeige des Google PageRanks still und heimlich heruntergefahren wird. Seit Tagen ist ein PageRank-Update der Toolbar “überfällig”, seit heute ist die PageRank-Anzeige in den Webmaster-Tools entfernt worden, die zuvor ohnehin nicht mehr aktualisiert wurde. Natürlich möchte sich niemand so weit aus dem Fenster lehnen und laut schreien: Der PageRank ist weg. Das wäre für die SEO-Branche eine herber Schlag. Ein wenig nachdenken darf man aber sicherlich über eine SEO-Branche ohne PageRank.
Warum ist der PageRank so beliebt bei den SEOs?
Der PageRank ist seit dem Aufstreben von Google und der Etablierung der SEO-Branche das Offpage-Gütekriterium schlecht hin. Der kleine grüne Balken ist dankbar, da er einigermaßen komplexe Verhältnisse (sozusagen die Reputation einer Website) in einem einfachen quantitativen Wert ausdrückt. Er setzt Webseiten in eine Rangfolge und macht damit Webseiten, Kataloge, Linktauschpartner und alles andere im Web vergleichbar.
Das schöne bei dem PageRank ist, dass er “offiziell” ist. Kein SEO-Tool bei dem man nicht weiß wie es funktioniert, auf jeden Fall nicht deckungsgleich mit dem offiziellen Google-PageRank arbeitet und sicherlich nicht eine annähernd gleichgroße Datenmenge zur Verfügung hat. Da nahm jeder in Kauf, dass der “offizielle” PageRank dann auch mal ein paar Monate veraltet war.
Eine SEO-Branche ohne PageRank
“Nun ist er weg - und wir sind wieder allein, allein”. Was passiert mit den etablierten Einschätzungen vieler Suchmaschinen-Optimierer nun, wenn Google den PageRank tatsächlich einstellt. Vielmehr wird die Anzeige eingestellt, der PageRank als solcher wird immer ein Teil des großen Algorithmus bleiben. Was tut die Branche aber dann, in welchen Bereichen wird man den PageRank-Verlust spüren?
Webkataloge: Laut einem kleinen Meinungsbild im Abakus-Forum schätzt die Hälfte die Qualität eines Webkatalogs (Eintragen oder nicht) anhand des PRs ein. Die Besucherzahl ist weit weniger wichtig, aber dennoch verfügbar. Wieso sollten bei Webkatalogen nicht auch wie bei anderen Websites der Traffic zählen?
Linktausch: “Geb du mir einen Vierer, ich geb dir zwei Zweier”. Die Währung beim Linktausch ist der PageRank - themenrelevanz und andere Links auf der Website sind lediglich Beiwerk. Notwendig, aber eben nicht hinreichend.
Linkkauf: Gleiches Problem, je höher der PageRank, desto teurer ein Link. Ersatz? Keiner in Sicht.
SEO-Tools: Solche Tools, die den PageRank einer Seite mit einbeziehen sind natürlich sofort unbrauchbar - eigentlich sobald die Pressemitteilung erfolgt, dass der Pagerank der Toolbar (auf den die Tools zurückgreifen) nicht mehr aktualisiert wird. Auf der anderen Seite werden “Pagerank-Berechnungen” dann florieren. Hier werden aber nur ausreichend große Tools überhaupt eine Chance haben. Da hat Marc einen netten Artikel über die Anforderungen und Hürden von SEO-Tools geschrieben.
Keyword-Recherche: Bei der Keyword-Recherche und der KW-Potenzialanalyse ist natürlich die Stärke der virtuellen Mitbewerber ein wichtiges Kriterium, wie “leicht” man die eigene Website und die eigenen Keywords optimieren kann. Kein PageRank mehr, kein Vergleichsmoment mehr. Das wird also komplizierter werden.
Wahrscheinlich sind das die ersten Dinge, bei denen ein PageRank schmerzlich vermisst werden wird. Die Liste wäre aber sicherlich noch ergänzbar.
Was wird also den PageRank ersetzen?
Der PageRank ist tot - es lebe der PageRank?
Szenario 1: Es gibt keinen PageRank-Ersatz.
Wenn es keinen PageRank mehr gibt, passiert das, was in der Medienlandschaft oft passiert: Es kommt zu Substitutionen. Das heißt der PR wird durch andere “Dinge” ersetzt. Auf jeden Fall muss es ein “offizielles” und objektives, quantitatives Maß sein. Verschiedene Tools und Anbieter werden sich aufstellen, wenige große werden sich etablieren. Hier kommt es letztlich auf Transparenz, Qualität und Zuverlässigkeit an (übrigens wissenschaftliche Güte-Kriterien). Außerdem werden wieder quantitative Werte wie der Traffic einer Seite wichtiger. Vielleicht ist es das, was Google will - der Focus hin zu den Besuchern.
Szenario 2: Es gibt einen neuen Google-Rank.
Ursprünglich wurde die PageRank-Anzeige angeboten, um die Qualität einer Website für Besucher schnell ersichtlich zu machen. Das ist an sich eine gute Idee. Nun ist der PageRank nicht mehr so bestimmend für das Ranking. Konsequent also, die Anzeige endlich zu kippen - und sie zu ersetzten. Der neue Google-Rank wird ein Index sein, der die verschiedenen Netzwerk-Rankings einbezieht. Noch weniger durchsichtig, noch weniger berechenbar (für Nicht-Googler), aber eben immer noch ein quantitativer Index. Das wäre die Rettung für viele SEOs.
Fazit: Die SEO-Branche ist PageRankabhängig - fest steht dabei nur eins: wenn Google die PageRank-Anzeige abschaltet, wird sich einiges bewegen. Spannende Zeiten.
1 comment4 gute Gründe dafür, dass es keinen PageRank mehr gibt
Der kleine grüne Balken, der den Google PageRank visualisiert, ist für viele SEOs fast schon wie der heilige Gral. Ob eine Website gut oder schlecht, high potential oder low potential ist und vor allem ob sie als Linkpartner gut geeignet ist, machen (zu) viele - sein wir ehrlich - schnell und einfach am grünen Balken fest. Heute daher einmal X gute Gründe dafür, dass Google in Zukunft keinen PageRank mehr öffentlich anzeigen wird.
(1) Der PageRank, wie er damals vorgestellt wurde ist mittlerweile überholt. Nicht nur die PageRank-Berechnung ist mittlerweile verfeinert (Stichworte: themenrelevanz und co.), sondern es kommen auch zahlreiche andere Metriken hinzu, um die Link-Empfehlungen von anderen Seiten auf eine Zielseite zu bewerten (Hilltop, TrustRank, Authorities, etc.). Wieso sollte Google also noch den PageRank anzeigen, der nur noch ein kleiner Baustein im Getriebe ist?
(2) Mittlerweile hat sich glücklicherweise herumgesprochen, dass die PageRank-Anzeige der Toolbar zeitverzögert ist. D.h. der angezeigte PageRank einer Seite entspricht nicht (mehr) zwingend dem aktuellen. Die Aktualisierung fand immer alle 2-3 Monate im Schnitt statt. Derzeit wartet man aber “überdurchschnittlich” lange, wie man hier sieht sogar doppelt so lange.
(3) In den Google Webmaster-Tools werden die Seiten mit dem höchsten PageRank im Monat angezeigt. Derzeit befindet sich dort bei allen unserer Seiten für den letzten Monat “Keine Daten verfügbar.” (das ist außergewöhnlich lange). Dennoch gibt es Erweiterungen bei den Webmaster-Tools, die die Fähigkeiten des Algorithmus in Bezug auf Parameter erkennen lassen. [UPDATE: Mittlerweile ist die Pagerank-Anzeige in den Webmaster-Tools komplett entfernt].
(4) Google arbeitet derzeit heftigst an “Caffein”. Einem Update der Suchmaschine und des Algorithmus, die Suchen und Finden schneller macht und eine kleine oder größe Menge an Rankingveränderungen mit sich bringen wird. Die Einführung des neuen Updates soll für “normale” Suchende nicht spürbar sein und step-by-step erfolgen (laut Matt Cutts). Interessant ist, dass gestern Nacht der Beta-Index scheinbar stark erweitert und aktualisiert wurde, so dass viele neue Seiten in der Beta-Version gefunden werden, im Live-Index allerdings (noch) nicht.
Für das Google-Update muss eine Menge Infrastruktur umgestellt werden. Die PageRank-Anzeige bleibt dabei offentsichtlich auf der Strecke. Das legt die Vermutung nahe, dass nach dem Update anders mit dem öffentlichen PageRank umgegangen wird.
Fazit: Der Google PageRank ist veraltet, ist nicht mehr das einzige wichtige Offpage-Kriterium und Google bringt mit dem Caffein-Update eine neue Algorithmus-Generation auf den Markt. Sicherlich wird der PageRank nicht sofort verschwinden (man stelle sich die ganzen SEO-Agenturen vor und deren Aufschrei), aber Google wird die Bedeutung des PageRanks nach außen hin abschwächen und dann irgendwann ganz einstellen. Denn wenn der angezeigte PageRank kein Qualitätskriterium mehr für die Stärke einer Seite ist, wird er wertlos sein und man darf gespannt sein, welche Kriterien dann den Offpage-Markt bestimmen und welche spannenden Marketing-Methoden sich dann in der Breite etablieren können.
7 commentsNeu und keiner merkt’s
Domain auf neuem Server - flottes Ding. Mein Blog hat einen Google Pagerank von 4 - mal schauen, ob der IP-Wechsel etwas daran ändert.
2 commentsUsability und Suchmaschinen bei der IFRA
Ich bereite gerade das Seminar “Das Potenzial der Website nutzen” [PDF-Flyer] für Ende nächster Woche bei der IFRA vor, das ich gemeinsam mit Peter Schumacher halten werde. Dabei wird es hauptsächlich um Usability und Suchmaschinenoptimierung gehen. Bislang kamen erst zwei Fragebögen der Teilnehmer zurück, so dass die Zielgruppe bzw. deren Wissenstand noch nicht genau eingegrenzt ist. Es wird am zweiten Tag im Bereich Suchmaschinen aber auf jeden Fall nach einer rundum Informationsversorgung über Funktionsweisen und Algorithmen an die praktischen Dinge der Optimierung gehen.
No commentsGefunden: Schlechte SEO
Auf der Seite des Competence Center eBusiness (CEB-Trier) bin ich heute auf einen etwas unorthodoxen Versuch der Suchmaschinen-Optimierung gestoßen. Allerdings nicht der Suchmaschinen-Optimierung des CEB selbst, sondern des Webmasters.
Der taucht im Impressum der Website namentlich und mit seiner E-Mail-Adresse auf, das ist richtig und gut, schließlich ist das eine gute Referenz. Unter der eigentlichen E-Mail Adresse befinden sich dann auch noch zwei Links zu eigenen Projekten, die (soweit man das als Besucher beurteilen kann) nichts mit dem CEB zu tun haben.
Der Besucher soll die auch gar nicht sehen, denn sie sind im Normalzustand unsichtbar. Der Hover-bzw. Mouseover Effekt wurde jedoch nicht angepasst, so dass der Link sichtbar wird, wenn man mit der Maus drüber fährt (siehe Bild). Ob das Absicht ist, oder ob die Verweise eigentlich gänzlich für den Nutzer (nicht aber für die Suchmaschinen) versteckt sein sollen, kann man nur vermuten.
Leider kann man häufig solche Versuche von Agenturen und Webmastern beobachten, den Pagerank einer Kundenwebsite zu nutzen und auf eigene Projekte zu verlinken. Ein paar Dinge sollte man dabei aber beachten, damit die Optimierungsmaßnahme auch Erfolg hat:
- Zunächst natürlich: Fragen Sie den Kunden bzw. Betreiber, ob er mit einem Verweis auf seiner Seite einverstanden ist! Denn er ist letztendlich für Verweise (rechtlich) verantwortlich.
- Verwenden Sie beim Platzieren von Verweisen auf eigene Projekte auf keinen Fall Spam-Methoden! Im schlimmsten Fall fliegt die Kundenseite bei Google aus dem Index.
- Nutzen Sie - damit die Verlinkung effektiv ist - als Bezeichnung des Links inhaltlich relevante Stichwörter (und nicht wie im Beispiel den Domainnamen).
- Nutzen Sie für Verlinkungen zusätzlich hier das title-Attribut.
Auf der CEB-Seite wird der Link per CSS-Format versteckt (<a class=”hidden” href=”…”>…</a>). In der CSS-Datei wird dann eine Textfarbe gewählt, die auch der Hintergrund hat - weiß. AUA. Das ist astreiner Spam, also ein Verstoß gegen die Qualitätsrichtlinien von Suchmaschinen. Wenn das jemand meldet, fliegt die Seite aus dem Suchmaschinenindex. Da ist vor allem Google mittlerweile recht schnell (Abmahnung per Mail und nach 2-3 Tagen ist die gesamte Webpräsenz komplett nicht mehr auffindbar bei Google).
No commentsWikipedia und ausgehende Links
Ich bin gerade am Schreiben der dritten Auflage für mein Buch. Wikipedia eignet sich ja im Prinzip sehr gut für die Generierung von eingehenden Links auf die eigene Website - vorausgesetzt sie bietet echten Mehrwert für das entsprechende Thema. Da frage ich mich allerdings, ob jemand schon einmal Erfahrungen gemacht hat damit oder ob und wie solche Linkplatzierungen in den Seitendiskussionen behandelt werden.
Auf der Seite zur Suchmaschinenoptimierung (die wohl besonders von SEO-Firmen begehrt ist), kann man etwa solche Begründungen für Linkentfernungen lesen:
- ODP Link ausreichend
- kann sich im dmoz anmelden
- mit Werbung überladene Seite mit Belanglosigkeiten in einem e-book zusammengefasst…Link gelöscht
- Inhalte durch Link zum ODP abgedeckt
- Werbung entfernt
- revert linkspam
- XY ist eine Schande! Spam mit Google Anzeigen!
- no blogs, siehe Richtlinien für Links
Man müsste einmal untersuchen, welche Begründungen zur Linkentfernung führen und wie lange Links vor der Entfernung durchschnittlich zu sehen sind.
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