Archive for the 'vertrauen' Category
Weihnachten - die Zeit der Pakete
Vor Weihnachten gehen wahrscheinlich mehr Pakete über den Postschalter, als über das ganze Jahr. Ich habe auch bereits ein Geschenk ergattert - und zwar über das Internet. Als Statusmeldung bekam ich diese E-Mail:
Sehr geehrter Kunde von XY,
Wir haben Ihr Paket heute mit DHL oder DPD Versendet.
Das Paket wird bei DHL bzw DPD unter der Nummer 56XXXXXXXX geführt.
DPD Paketnummern beginnen mit 0154 und DHL mit 56.
Paketverfolgung ist auf den jeweiligen Internetseiten möglich.
Den Rechtschreibfehler übersieht man ja dann einmal gerne. Aber nun muss sich der pakettrackingwillige Kunde selbst heraussuchen, mit welchem Dienst denn sein Paket verschickt wurde (0154 für DPD und 56 für DHL). Das geht doch auch besser - und ist auch technisch gar nicht so unmöglich umzusetzen. Man ist ja vielleicht tolerant, wenn man versteht, dass eine automatisch generierte E-Mail bestimmte Anforderungen nicht erfüllen kann (z.B. eine gute Besserung wünschen, wenn man gerade Schnupfen hat oder herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, wenn das Geburtstagsdatum unbekannt ist)… Aber “Ihr Paket wurde mit DHL versendet” würde sich noch als professioneller erweisen. Von einem direkten Link zu dem Trackingsystem von DHL mal ganz abgesehen.
Aber nunja. Das wäre nur das i-Tüpfelchen gewesen. Das Geschenk war ein gutes Stück günstiger als im lokalen Handel und es kam nach drei Tagen an. Was will man mehr. Helau.
2 commentsWikipedia goes Vertrauen
Im “The New Scientist” (issue 2622, S. 28/29) schreibt Jim Giles über die Einbindung des Vertrauensaspekts in Wikipedia. Der Artikel ist auch hier zu lesen. Von Jimmy Wales war ja bereits im letzten Monat zu hören / lesen, dass die deutsche Wikipedia eine Art Review-Verfahren erhalten soll. Kerngedanke ist:
“We want to let anybody edit, but we don’t want to show vandalized versions.”
Ziel ist es also, den Lesern möglichst qualitativ hochwertige Artikel-Versionen anzubieten, die nicht von Vandalismus gekenntzeichnet sind. Das soll über ein Reputations-System funktionieren, welches von der Universität Californien stammt. Dabei werden die verschiedenen Textstellen unterschiedlich intensiv orange eingefärbt, wie man hier an einer Demoseite sehen kann. Die Färbung steht für das “Vertrauen”, das der Algorithmus für die Textstelle berechnet hat. Die errechnet sich laut dem Paper “A Content-Driven Reputation System for the Wikipedia” hauptsächlich aus der Reputation des Autors zu einer bestimmten Zeit selbst und aus den Reputationen der anderen an dem Artikel beteiligten Autoren. Eine 44-seitige Präsentation von der Wikimania 2007 zu dem Thema gibt es ebenfalls.
Die deutsche Wikipedia, als zweitgrößte, wird das Testgelände sein. Man darf gespannt sein, wie die Anzeige des automatisch ermittelten “Text-Vertrauens” bei den Nutzern ankommt. Auch wenn die Reputationsmaße nicht veröffentlicht werden sollen, so führt doch die (automatische) Unterscheidung der Autoren in “sehr gute” und “weniger gute” definitiv in eine hierarchische Wikigesellschaft - und wie sich das mit dem kollaborativen Gedanken verträgt bleibt abzuwarten.
All authors are equal, but some authors are more equal than others.
No commentsZurück aus Bamberg
Letzten Freitag und Samstag fand der Workshop “Das neue Netz” (dnn2007) im Bamberg statt. Die Veranstaltung war eine gelungene Mischung aus Vorträgen und anschließendem Freiraum für Diskussionen. Ich will hier nicht die einzelnen Slots oder Themenpunkte zusammenfassen. Das macht Tina Guenther bereits sehr schön (wie auch Theo bemerkt) und auf http://www.dasneuenetz.de sind auch alle Folien online einzusehen.
Interessant war neben den einzelnen thematischen Vorträgen zum neuen Netz vor allem die gewisse Ratlosigkeit beim WrapUp des ersten Tages, was denn nun das neue Web 2.0 sei. Dabei wurde von einigen für die Abschaffung des Hype-Begriffs für die Forschung plädiert, eine technische Beschreibung wurde versucht und einige andere mit und ohne unterschiedliche Aspekte. Klar wurde dabei vor allem: Was das neue Netz (wenn es überhaupt das web 2.0 ist) denn eigentlich aus wissenschaftlicher Perspektive ist, ist eigentlich niemandem so richtig deutlich. Ich denke hier sollte auf jeden Fall ein Versuch unternommen werden, das Phänomen auch definitorisch zumindest einzugrenzen. Abends beim Bier kam die Idee auf, jeder dürfe ein kleinen Beitrag in Form eines Wortes dazu leisten. Vielleicht ist das gar keine so schlechte Idee - oder es zeigt sich, dass auch das web 2.0 im Auge des Betrachters liegt. :)
Neben dem “neuen Netz” waren wichtige Themen des Workshops Vertrauen und Netzwerke. Das freut mich natürlich, weil ich beides in meiner Dissertation miteinander verbinden will. Leider wurden beide Begriffe häufig mit einem sehr alltäglichen Verständnis genutzt, was hier und da die Kommunikation erschwerte und zu Verwechslungen führte (”mein Vertrauen ist gar nicht Dein Vertrauen”). Bei den Gesprächen kam mir die Idee, nach einer Mailingliste für Vertrauensforschung zu suchen. Bislang habe ich aber nichts dergleichen gefunden. Sofern jemand einen Tipp hat - her damit. Ansonsten sollte man vielleicht einfach eine solche gründen. Hat jemand daran Interesse?
Im Bereich Netzwerke tat sich viel. Vor allem Netzwerkanalysen werden häufig genutzt. Eine echte Netzwerktheorie gab es da schon seltener. Da bin ich auf diese Woche gespannt, was in Frankfurt auf der Netzwerk-Tagung so alles gehandelt wird.
5 commentsVolksfreund reloaded
Nachdem die Trierer Tageszeitung “Trierischer Volksfreund” vor etwas einem Jahr einen Relaunch Ihrer Website unternommen hat, kommt nun eine Farbkorrektur. Die www.volksfreund.de erscheint nun in einem nüchternen Eis-Weiß. Die farbliche Ähnlichkeit zu Sportalis finde ich interessant. Aber immerhin kommt die bunte Werbung gut zur Geltung.
Wie Peter schon geschrieben hat, wurde der virtuelle Avatar ‘Tina Volksfreund’ ein paar Tage vorher entfernt. Auch nicht schlimm. Denn wirklich hilfreich war das System nicht - das lag aber weniger am System selbst, als an der Tatsache, dass die Stichwortkette nicht wirklich konsequent integriert war. Von den weniger Seriosität versprühenden Aktionen auf gezielte Fragen (”zieh dich aus bitte”) ganz zu Schweigen.
Meiner Meinung nach ist der angepasste Volkfsfreund-Look zu fade und kalt für eine Lokalzeitung. Vielleicht wollte man die Akzentuierung etwas verbessern. Das ist leider aber auch nicht richtig gelungen.
No commentsGlaubwürdigkeits-Check per Social Software
Gerade auf Netzwelt gelesen: Es gibt eine Firefox-Erweiterung, die ein Glaubwürdigkeits-Ranking zu einzelnen Webseiten anzeigt und sich auch in die Google Ergebnisliste integrieren lässt. Die Einschätzungen der Glaubwürdigkeit kommen dabei von Nutzern, die jeweils zu einzelnen Seiten ihre Bewertung abgegeben haben.
Dabei wird “Glaubwürdigkeit” über ein Haupt- und drei Nebenitems abgefragt:
How trustworthy is www.domain.de?
- as a business partner?
- As a keeper of personal information?
- as a safe destination for children?
Näheres gibt es direkt unter http://www.mywot.com.
No comments