Netzwerkkommunikation

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Archive for the 'wiki' Category

Die Schwurbel-Grenze

Nette Kollegen - das ist wichtig. Was man da nicht so alles lernen kann. Vor allem in der Mittagspause in der schönen Mensa der Trierer Universität. Die hat, wie Kollege P.S. berichtete, auch einen Werbefilm drehen lassen. Und der wird nun fleißig auf dem OffenenKanal gesendet. Auf der Website von Tim Heinrichs-Noll, der die knapp neun Filmminuten mit packenden Bildern zu überbrücken versucht, ist das Werk zu sehen. Besonders spannend im letzten Viertel sind die Stimmen der Studierenden: Dennis Kauhausen (man beachte den passenden Namen) und andere berichten über die kalten Pommes, das Naja-Stammessen und das Lecka-Schmecka-Pfefferstreak. Am Ende glänzt dann auch noch die vollautomatische Waschanlage für Geschirr, Besteck und alles andere, was die ebenfalls vollautomatische Personal-Kraft vor der Waschanlage auf den Tabletts nicht rechtzeitig zurechtschieben kann. Ich gehe gerne in die Mensa. Warum? Weils so lecker ist.

Und weil man viel lernt. Über Anne Will, über andere Kollegen, über das Mediensystem in Übersee, über Klatsch, Tratsch, den Chef, Herrn Litfass und die Schwurbel-Grenze! Bei den meisten Dingen kann man ja zumindest verstehen, um was es geht - oder zumindest so tun als ob. Aber die Schwurbel-Grenze - da hörts auf. Leider konnte (angeblich wollte) keiner der werten mitmensenden Kollegen mich aus dem Nebel hinweg über die Schwurbel-Grenze geleiten und mir erklären, was dies denn zu bedeuten habe. Zurück im Büro - zurück am Internet. Zurück zu Wikipedia - schwurbeln ist Fehlanzeige. Da schwurbelt nichts, schwabbelt höchstens. Google hilft und findet ein gutes / altes Forum. Dort wird erklärt, dass Schwurbeln von dem mittelhochdeutschen “swerben” kommt und soviel heißt wie: sich im Kreis drehen. Ob das stimmt? Keine Ahnung, klingt aber gut.

Die Schwurbel-Grenze ist also eine Sich-Im-Kreis-Dreh-Grenze. Eine Grenze, über die man nicht hinweg darf oder kann. Eine Grenze, die man unabsichtlich bei zu viel Gedrehe überschreiten wird? Ich bin jenseits der Schwurbel-Grenze, mit meiner Ansicht von Wissenschaft, das hat mir Herr Kollege P.S. attestiert. Ob das gut ist? Keine Ahnung, klingt aber gut. Daher:

P.S.: Selber Schwurbel.

P.N.: Du natürlich auch.

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Eine Varianz am Tag macht auch nicht glücklich…

Histogram…viele hingegen schon. Im Rahmen der Forschung unseres DFG-Projekts “Netzwerkkommunikation im Internet” haben wir von allen Wikipedia-Artikeln Histogramme erstellt, welche die Anzahl der Editiervorgänge in einem bestimmten Zeitintervall anzeigen. Meine Hypothese ist, dass man die Artikel in bestimmte Gruppen einteilen kann, die jeweils ähnliche Histogramm-Verläufe aufweisen. Dazu habe ich ein Histogram jeweils in einzelne Partitionen geteilt und die Varianz errechnet. Mal schauen, ob sich das auch zeigt.

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Wikipedia goes Vertrauen

Im “The New Scientist” (issue 2622, S. 28/29) schreibt Jim Giles über die Einbindung des Vertrauensaspekts in Wikipedia. Der Artikel ist auch hier zu lesen. Von Jimmy Wales war ja bereits im letzten Monat zu hören / lesen, dass die deutsche Wikipedia eine Art Review-Verfahren erhalten soll. Kerngedanke ist:

“We want to let anybody edit, but we don’t want to show vandalized versions.”

Ziel ist es also, den Lesern möglichst qualitativ hochwertige Artikel-Versionen anzubieten, die nicht von Vandalismus gekenntzeichnet sind. Das soll über ein Reputations-System funktionieren, welches von der Universität Californien stammt. Dabei werden die verschiedenen Textstellen unterschiedlich intensiv orange eingefärbt, wie man hier an einer Demoseite sehen kann. Die Färbung steht für das “Vertrauen”, das der Algorithmus für die Textstelle berechnet hat. Die errechnet sich laut dem Paper “A Content-Driven Reputation System for the Wikipedia” hauptsächlich aus der Reputation des Autors zu einer bestimmten Zeit selbst und aus den Reputationen der anderen an dem Artikel beteiligten Autoren. Eine 44-seitige Präsentation von der Wikimania 2007 zu dem Thema gibt es ebenfalls.

Die deutsche Wikipedia, als zweitgrößte, wird das Testgelände sein. Man darf gespannt sein, wie die Anzeige des automatisch ermittelten “Text-Vertrauens” bei den Nutzern ankommt. Auch wenn die Reputationsmaße nicht  veröffentlicht werden sollen, so führt doch die (automatische) Unterscheidung der Autoren in “sehr gute” und “weniger gute” definitiv in eine hierarchische Wikigesellschaft - und wie sich das mit dem kollaborativen Gedanken verträgt bleibt abzuwarten.

All authors are equal, but some authors are more equal than others.

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Mash me - mash you

Ist das der nächste Schritt? Noch mehr Konvergenz? Social Web, Wiki und Suchmaschine?
Laut einem Heisebericht wird Yahoo die Wikitechnologie mit einer Social Platform kombinieren. Man darf gespannt sein.

Ein Blog zu Mash gibts übrigens auch. Dort ist zu lesen:

You can leave your profile open to contributions by trusted friends.

Interessant. Da scheint das Thema meiner Dissertation (Vertrauen in Netzwerken) noch eine weitere Dimension zu bekommen. Es wird spannend.

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Vortrag zu „Visuelle Exploration dynamischer Konfliktnetzwerke“

Heute Vormittag hörte ich einem Vortrag von Herrn Prof. Dr. Ulrik Brandes von der Universität Konstanz, Informatik und Informationswissenschaft. Er hat zum Thema „Visuelle Exploration dynamischer Konfliktnetzwerke“ gesprochen.

Der Schwerpunkt lag dabei auf nicht-diskreten Rollenzuordnungen und deren Visualisierung in einem eigenvektorbasierten Verfahren. Als Grundlage nahm er Agenturmeldungen, die von KEDS (Kansas Event Data System) semiautomatisch auf genannte Beziehungen codiert wurden. Die Bestimmung dieser Beziehungen funktioniert mehrstufig: Zunächst werden die einzelnen Akteure identifiziert („angegriffen von der NATO“, „A gegen B“) und als Token definiert. Die Beziehungen untereinander werden dann mittels der WEIS Event Codes und den Goldenstein Scale Values klassifiziert. Eine Liste der 226 Codes findet sich zur Anschauung hier. Die Goldenstein Scale Values sind definiert zwischen -10 bis 10 und meinen sehr feindlich bis sehr freundlich. Die einzelnen WEIS Codes erklären die Art der Beziehung zwischen zwei Knoten. So ist beispielsweise „A visits B“ codiert mit „A B 032 1.9“.

 

Die Beziehungen der beteiligten Parteien während des Kriegs im ehemaligen Jugoslawien (Balkan Set der KEDS) wurden so dynamisch visualisiert. Im Zentrum der Forschung stand jedoch nicht die Erklärung des Balkankonfliktes, auch wenn aus den gewonnen strukturellen Erkenntnissen die Idee geboren wurde, eine Art Frühwarnsystem zu entwickeln. Vielmehr lag das Interesse im methodischen Bereich, nämlich bei der nicht-diskreten Rollenzuordnung. Einem Knoten wird im diskreten Falle immer eine einzige Rolle (oder auch gar keine) zugewiesen. Dies führt automatisch zu bestimmten Informationsverlusten. Eine nicht-diskreten Rollenzuteilung erlaubt, einer Kante mehrere Rollen zu unterschiedlichen Anteilen zuzuweisen. Mit dem vorgestellten Verfahren war es Brandes et al. möglich, einen Rollengraph als Hypothese über Eigenwerte und Eigenvektoren von mehreren Rollenmatrizen zu verifizieren. Interessant war neben vielen kleineren Details auch der „model fit“-Quotient, der beschreibt, wie gut der beschriebene bipartite Graph funktioniert.

Derzeit wird das Verfahren für n-partite Graphen ausgedehnt – Wikipedia, bzw. die Versionshistorie mit den kurzen Editieranweisungen dient als Datengrundlage. Dabei wird dann ein negativer Wert im Sinne der Goldenstein Scale Values angenommen, wenn zwei Änderungen sehr kurz hintereinander geschehen – also eine Korrektur stattfindet. Hier bemerkte Brandes, dass das Verfahren nicht hundertprozentig valide wäre. In der anschließenden Diskussion wurde hauptsächlich über die Validität der Datengrundlage gesprochen. Auch das KEDS-Material hat eine Fehlerrate von bis zu 20 Prozent.

Insgesamt war der Vortrag für mich sehr interessant. Vielen Dank dafür :)

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ICWSM Conference

Heute und morgen findet die International Conference on Weblogs und Social Media statt. Da gibt es einige interessante Vorträge zu hören und für alle die, die nicht da sind, einige interessante Papers zu lesen. Ein eigenes Konferenz-Blog darf da natürlich auch nicht fehlen.

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Wikipedia und ausgehende Links

Ich bin gerade am Schreiben der dritten Auflage für mein Buch. Wikipedia eignet sich ja im Prinzip sehr gut für die Generierung von eingehenden Links auf die eigene Website - vorausgesetzt sie bietet echten Mehrwert für das entsprechende Thema. Da frage ich mich allerdings, ob jemand schon einmal Erfahrungen gemacht hat damit oder ob und wie solche Linkplatzierungen in den Seitendiskussionen behandelt werden.

Auf der Seite zur Suchmaschinenoptimierung (die wohl besonders von SEO-Firmen begehrt ist), kann man etwa solche Begründungen für Linkentfernungen lesen:

  • ODP Link ausreichend
  • kann sich im dmoz anmelden
  • mit Werbung überladene Seite mit Belanglosigkeiten in einem e-book zusammengefasst…Link gelöscht
  • Inhalte durch Link zum ODP abgedeckt
  • Werbung entfernt
  • revert linkspam
  • XY ist eine Schande! Spam mit Google Anzeigen!
  • no blogs, siehe Richtlinien für Links

Man müsste einmal untersuchen, welche Begründungen zur Linkentfernung führen und wie lange Links vor der Entfernung durchschnittlich zu sehen sind.

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