Usability-Probleme beim Müll entsorgen
In Trier entsorgt der ART den Hausmüll. Das ist wie in ganz Deutschland nicht so einfach, denn an unterschiedlichen Tagen im Monat kommt unterschiedlicher Müll zuerst auf die Straße und dann in den Müllwagen. Damit sich die gelben Säcke nicht im Haus türmen, druckt man sich dann früher oder später einen Müllplan aus und hängt ihn irgendwo an eine wenig sichtbare, aber dennoch zugängliche Stelle im Haus. Vorzugsweise an eine Tür.
Aber bevor es soweit kommen kann, muss man bei der ART-Seite einige Klippen umschiffen - Usability wo bist du?
Schön ist auf jeden Fall das Suchfeld mit der Überschrift “Abfuhrtermine” rechts oben auf der Startseite. Danke! Das braucht man. In dem Feld steht: “Ort (Kreis), Straße (Stadt) eingeben”. Nochmals danke, das ist sehr gut, da weiß der Nutzer gleich, was er wie eingeben soll. Das habe ich auch getan. Trier, Zum Wingertsberg. Enter. Panne. Kein Abfallkalender, sondern eine Meldung, dass keine Artikel (!) gefunden wurden:
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Zu Ihrer Suche wurden keine Artikel gefunden.
Da habe ich wohl den Text im Feld falsch verstanden. Wie heisst es in Usability-Tests immer so schön: “Es liegt nicht an Ihnen [dem Probanden], sondern an dem Produkt.” Stimmt. Das ist einfach blöd formuliert.
Zurück zum Artikel, obwohl Artikel? Da habe ich gar keinen gesucht. Ich will einen Abfallkalender. Und eine Suche nach Abfuhrterminen sollte diesen liefern. Zumal ich das Format so eingegeben habe, wie es da stand. Nun. Dummerweise steht rechts nun keine Suche mehr für die Abfalltermine. Also zurück - das müsste nicht sein. Diesmal gebe ich nur meine Straße ein. Enter. Aha! Treffer. Ein Klick und ich lande auf einer Seite, die mir zeigt, wann mein Müll abgeholt wird. Alles da, Termine, Ausnahmen an Feiertagen und Kontakt per Telefon und Mail. Super! Danke.
Rechts gibt es dann eine Druckversion. Da blinkt mir der Hinweis entgegen: Bitte beachten Sie folgenden Druckhinweis. Darunter steht: Kalender ausdrucken. Also drück ich drauf. Dann passiert lange nichts. Sehr lange. Der Kalender läd. Glaube ich. Bin mir aber nicht sicher. Endlich. Ich wollte schon meinen Browser verfluchen. Ein Popup-Fenster geht auf und das Druckfenster öffnet sich gleich. Super. Danke. Ich wählen den richtigen Drucker aus und drucke den Kalender mit den farbig hinterlegten Tagen für die verschiedenen Tonnen und Säcke und was weiß ich nicht alles. Super Danke. Stop. Im Ausdruck ist nichts farbig hinterlegt. Unschön.
Da war doch der Hinweis. Popup-Fenster schließen (autsch, das wird bestimmt das nächste Mal nochmal so lange laden). Hinweistext lesen… den muss man sich wirklich antun. Er ist zwar recht detailliert beschrieben, aber Lieschen Müller bekommt das nicht hin. Und wieso sollte Lieschen Müller oder ich eigentlich die generellen (!) Druckeinstellungen des Browsers umstellen? Nur, weil der Kalender nicht richtig - sprich nutzerfreundlich - programmiert wurde.
Die Browser drucken nämlich grundsätzlich keine Hintergrundfarben. Das ist gut so, denn sonst würde man den Toner oder die Tintenpatrone bei farbig hinterlegten Webseiten recht schnell verbrauchen. Aber genau das passiert sicherlich den meisten ART-Kunden, nachdem sie sich den Kalender ausgedruckt haben und vorher die Einstellungen umgestellt haben. Technisch ist das nutzerfreundlich lösbar, ohne dass man seinen Browser umstellen muss. Schade. Nebenbei erwähnt: Wenn man kein JavaScript aktiviert hat, sieht man gar nichts. Deswegen dauert der Seitenaufbau wohl auch so lange. Schade. Und der Seitentitel des Popups (”Relaunch A.R.T. - Prototyp - Detail - Abfuhr-Termine”) ist doch auch veraltet, oder? Der wurde wohl vergessen. Auch schade.
Ausgedruckt habe ich den Abfallkalender dann. Zwei Mal - ein Blatt mit und eins ohne Hintergrundfarbe. Ersteres wandert gleich zu den anderen Gesellen, die dann demnächst abgeholt werden. Super. Danke! Und wo ich das gerade schreibe… ich sollte die Browsereinstellung wieder zurück setzen.
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