XFN, Blogrolls und das Und?
Kennt das eigentlich jemand? Nutzt das überhaupt jemand? XFN ist nichts zu essen, soviel ist schon einmal klar. Vielleicht würde das die Bedeutung der Blogrolls (siehe Umfrage von robertbasic) etwas beflügeln. Dann müsste man aber auch einmal klären, was die Verlinkung bei den Blogrolls überhaupt inhaltlich und funktional ist. Vielleicht da mal den Kollegen Benedikt fragen, ob er bei einem kleinen Projekt dabei wäre.
No commentsNeues Buch: Informationssuche im World Wide Web
Dass Suchmaschinen der zentrale Einstiegspunkt in das WWW sind, ist unbestritten. Wie die Suche nach Informationen allerdings abläuft, wurde bislang noch wenig erforscht. Erste Antworten darauf liefert meine Studie “Informationssuche im World Wide Web”, die als Buch im wissenschaftlichen Verlag Berlin (wvb) diese Woche erschienen ist.
Zunächst werden bereits bestehende Forschungsbefunde zur Informationssuche zusammengefasst und erörtert. Im zweiten Schritt wird ein handlungstheoretisches Nutzungsmodell entwickelt, das schließlich im dritten Schritt empirisch erforscht wird.
Das angewandte Forschungsdesign integriert qualitative wie quantitative Methoden. So kommen das Laute Denken und die Blickaufzeichnung im Labor mit 30 Probanden zum Einsatz. Ferner werden Logfiles von über acht Millionen Suchanfragen von Suchmaschinen sowie Fragebögen ausgewertet. Eine teilnehmende Beobachtung von 18 Probanden über einen größeren Zeitraum wird theorieverifizierend eingesetzt.
Als Ergebnis der Untersuchung werden Taktiken und Strategien beschrieben, die bei der Informationssuche im World Wide Web angewandt werden.
Erlhofer, Sebastian (2007): Informationssuche im World Wide Web. Taktiken und Strategien bei der Nutzung von Suchmaschinen. wvb. Berlin.
2 commentsErkenntnis der Woche #6
Alles ist kontingent.
No commentsAuch Heise hat das Sommerloch
In einem Heise-Artikel über Eye-Tracking veröffentlicht die Redaktion einen DPA-Artikel über die Forschergruppe aus Hohenheim, die Webseiten mittels Blickaufzeichnung evaluiert. Neu ist das nicht. Und auch diverse angesprochene Befunde sind entweder sehr stark vereinfacht und populär dargestellt oder einfach nur kurzsichtig.
Typische visuelle Blickmuster zwischen Männern und Frauen gibt es laut verschienen Studien nicht unbedingt. Und vor allem sind diese nicht typisch, wie man das vermuten könnte: Auch Frauen schauen auf weniger bekleidete Frauen. In der Laborsituation steht die soziale Erwünschtheit ohnehin in diese Punkt jedweder Erkenntnis im Wege.
Und auch Zitate wie das folgende geben zu denken:
“In Untersuchungen ist gezeigt worden, dass sich Probanden sehr viel natürlicher verhalten, wenn sie nicht das Gefühl haben, der Forscher steht dahinter und schreibt direkt mit.”
Sicherlich - es schreibt niemand mit. Aber wie natürlich verhält man sich, wenn man einen Helm mit Blickkamera auf hat oder in der etwas entschärften Situation eine Kamera direkt vor dem Monitor steht und man sich nicht allzusehr nach hinten und vorne bewegen darf (denn sonst sind die Daten ungenau und daher wird jeder Proband vorher gebrieft).
Die spannende Frage ist schließlich und letztlich: Gibt es visuelle Nutzungsmuster im Netz? Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Sicherlich eine methodisch anspruchsvolle Aufgabe. Denn neben den Variablen der Probanden (Geschlecht, Alter, Weberfahrung, etc.) existieren auch verschiedene Website-Variablen (Website-Genre, Farben, Aufbau, Ansprache, Design, Grafiken, Anmutung, …) und unterschiedliche Aufgabentypen (gezielte Suche, einfaches zielloses Surfen,…). Darüber braucht ein DPA-Artikel natürlich nicht zu informieren. Ich bin gespannt, auf die wissenschaftlichen Publikationen.
In wenigen Wochen erscheint übrigens meine Studie “Informationssuche im World Wide Web” als Buch, in dem auch die Blickaufzeichnung mit 30 Probanden zum Einsatz kam. Es zeigte sich, dass es durchaus Strategien gibt zur Informationsfindung. Die sind aber sehr stark abhängig von den oben genannten Faktoren.
1 commentVortrag zu „Visuelle Exploration dynamischer Konfliktnetzwerke“
Heute Vormittag hörte ich einem Vortrag von Herrn Prof. Dr. Ulrik Brandes von der Universität Konstanz, Informatik und Informationswissenschaft. Er hat zum Thema „Visuelle Exploration dynamischer Konfliktnetzwerke“ gesprochen.
Der Schwerpunkt lag dabei auf nicht-diskreten Rollenzuordnungen und deren Visualisierung in einem eigenvektorbasierten Verfahren. Als Grundlage nahm er Agenturmeldungen, die von KEDS (Kansas Event Data System) semiautomatisch auf genannte Beziehungen codiert wurden. Die Bestimmung dieser Beziehungen funktioniert mehrstufig: Zunächst werden die einzelnen Akteure identifiziert („angegriffen von der NATO“, „A gegen B“) und als Token definiert. Die Beziehungen untereinander werden dann mittels der WEIS Event Codes und den Goldenstein Scale Values klassifiziert. Eine Liste der 226 Codes findet sich zur Anschauung hier. Die Goldenstein Scale Values sind definiert zwischen -10 bis 10 und meinen sehr feindlich bis sehr freundlich. Die einzelnen WEIS Codes erklären die Art der Beziehung zwischen zwei Knoten. So ist beispielsweise „A visits B“ codiert mit „A B 032 1.9“.
Die Beziehungen der beteiligten Parteien während des Kriegs im ehemaligen Jugoslawien (Balkan Set der KEDS) wurden so dynamisch visualisiert. Im Zentrum der Forschung stand jedoch nicht die Erklärung des Balkankonfliktes, auch wenn aus den gewonnen strukturellen Erkenntnissen die Idee geboren wurde, eine Art Frühwarnsystem zu entwickeln. Vielmehr lag das Interesse im methodischen Bereich, nämlich bei der nicht-diskreten Rollenzuordnung. Einem Knoten wird im diskreten Falle immer eine einzige Rolle (oder auch gar keine) zugewiesen. Dies führt automatisch zu bestimmten Informationsverlusten. Eine nicht-diskreten Rollenzuteilung erlaubt, einer Kante mehrere Rollen zu unterschiedlichen Anteilen zuzuweisen. Mit dem vorgestellten Verfahren war es Brandes et al. möglich, einen Rollengraph als Hypothese über Eigenwerte und Eigenvektoren von mehreren Rollenmatrizen zu verifizieren. Interessant war neben vielen kleineren Details auch der „model fit“-Quotient, der beschreibt, wie gut der beschriebene bipartite Graph funktioniert.
Derzeit wird das Verfahren für n-partite Graphen ausgedehnt – Wikipedia, bzw. die Versionshistorie mit den kurzen Editieranweisungen dient als Datengrundlage. Dabei wird dann ein negativer Wert im Sinne der Goldenstein Scale Values angenommen, wenn zwei Änderungen sehr kurz hintereinander geschehen – also eine Korrektur stattfindet. Hier bemerkte Brandes, dass das Verfahren nicht hundertprozentig valide wäre. In der anschließenden Diskussion wurde hauptsächlich über die Validität der Datengrundlage gesprochen. Auch das KEDS-Material hat eine Fehlerrate von bis zu 20 Prozent.
Insgesamt war der Vortrag für mich sehr interessant. Vielen Dank dafür :)
No commentsBesonders alltägliche Blog-Umfrage
Tino Seeber bittet im Rahmen seiner Diplomarbeit zum Thema “Mediengebrauch von Weblogs, seiner Relevanz als demokratisches Massenmedium und Citizen Journalism” an seiner Umfrage teilzunehmen. Besonders statt alltäglich ist die lesenswerte Geschichte mit Tino, den Burschen und der TU Illmenau. Schön zusammengefasst bei medienrauschen oder auch zu lesen bei der Thüringer Blogzentrale.
2 commentsWikipedia und ausgehende Links
Ich bin gerade am Schreiben der dritten Auflage für mein Buch. Wikipedia eignet sich ja im Prinzip sehr gut für die Generierung von eingehenden Links auf die eigene Website - vorausgesetzt sie bietet echten Mehrwert für das entsprechende Thema. Da frage ich mich allerdings, ob jemand schon einmal Erfahrungen gemacht hat damit oder ob und wie solche Linkplatzierungen in den Seitendiskussionen behandelt werden.
Auf der Seite zur Suchmaschinenoptimierung (die wohl besonders von SEO-Firmen begehrt ist), kann man etwa solche Begründungen für Linkentfernungen lesen:
- ODP Link ausreichend
- kann sich im dmoz anmelden
- mit Werbung überladene Seite mit Belanglosigkeiten in einem e-book zusammengefasst…Link gelöscht
- Inhalte durch Link zum ODP abgedeckt
- Werbung entfernt
- revert linkspam
- XY ist eine Schande! Spam mit Google Anzeigen!
- no blogs, siehe Richtlinien für Links
Man müsste einmal untersuchen, welche Begründungen zur Linkentfernung führen und wie lange Links vor der Entfernung durchschnittlich zu sehen sind.
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